Gesunde Basis: Fütterung & Stoffwechsel

Flohsamen für die Pferde Verdauung

Flohsamen fürs Pferd: ruhige Verdauung und Sandmanagement

Praktischer Guide für Pferdebesitzer in Österreich & Deutschland · Von Gerda Steinfellner, Ernährungswissenschafterin

Dein Pferd steht auf dem Sandpaddock, frisst Heu vom Boden, und der Kot schwankt zwischen fest und wässrig? Du bist nicht allein mit dieser Sorge … und sie ist berechtigt.

Empfindliche Verdauung und Kotwasser zermürben, weil du siehst, dass etwas nicht rund läuft, aber nicht genau weißt, woran es liegt. Wir bei Hempy sind keine Tierärzte … wir sind die Anwender und die Produzenten. Dani füttert unsere Produkte jeden Tag selbst im Stall in Hanfthal, Günther baut den Hanf an, und Gerda ordnet als Ernährungswissenschafterin ein, was sinnvoll ist und was nicht. Genau das wollen wir hier ehrlich erklären … inklusive Dosierung, Wasser und einem einfachen Test für zuhause.

Wichtig

Flohsamen ersetzen keine tierärztliche Diagnose. Bei Kolikverdacht, starkem Kotwasser oder Schmerzen bitte sofort deine Tierärztin oder deinen Tierarzt kontaktieren.

Merke dir das Wichtigste
  • Sanft und pflanzlich: ganze Bio-Samen aus Österreich, gedacht für Sandbindung, Darmflora und stabile Kotkonsistenz
  • Sicher starten: langsam anfüttern (5–10 g je 100 kg), immer genug Wasser sichern
  • Ganze Samen statt Schalen: quellen langsamer, sind sanfter für den Darm

Was Flohsamen im Darm machen

Flohsamen (Plantago ovata) enthalten lösliche Ballaststoffe und Schleimstoffe. Im Darm bilden sie eine gelartige Masse, die gleich mehrere Aufgaben übernimmt … und genau das macht sie für sensible Pferde so interessant.

  • Sand binden: Die gelartige Masse bindet Sand und Erde im Darm und unterstützt die natürliche Ausscheidung von Ablagerungen.
  • Schleimhaut schützen: Ein Schutzfilm legt sich an die Darmwand und beruhigt gereizte Stellen.
  • Darmtätigkeit anregen: Die Ballaststoffe fördern die Peristaltik und damit einen regelmäßigen Kotabsatz.
  • Darmflora stützen: Flohsamen wirken präbiotisch und unterstützen die nützlichen Darmbakterien.
  • Kot stabilisieren: Sie regulieren den Wasserhaushalt im Darm und können die Kotkonsistenz bei Kotwasser-Neigung stabilisieren.

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Warum ganze Samen aus Österreich

Unsere Flohsamen stammen aus zertifiziertem Bio-Anbau in Österreich … und das macht in der Praxis einen Unterschied. Importierte Ware kommt oft aus Indien oder Nordafrika, mit langen Lieferketten und wechselnden Standards. Unsere Samen haben kurze Wege, strenge EU-Bio-Kontrolle und kommen frischer ans Pferd.

Ganze Samen, keine Schalen

Ganze Samen quellen langsamer, sind dadurch sanfter für den Verdauungstrakt und dürfen sogar trocken ins Futter gemischt werden. Schalen quellen sehr schnell und müssen immer 1:10 mit Wasser vorgequollen werden … trocken gefüttert sind sie riskant.

Bei unseren Pferden setzen wir Flohsamen kurweise ein, wenn der Sandpaddock zum Thema wird. Wichtig ist mir vor allem eins … langsam anfüttern und immer genug Wasser im Trog. — Dani, Pferderanch Hanfthal

Wann eine Flohsamen-Kur sinnvoll ist

Viele Pferde kommen ohne Zusätze gut aus. In bestimmten Phasen kann eine Kur aber sinnvoll sein:

  • wenn dein Pferd vom Boden frisst oder auf einem Sandpaddock steht
  • bei wechselnder Kotkonsistenz oder Kotwasser-Neigung
  • im Fellwechsel oder bei Futterumstellung und Reisestress
  • als Vorbeugung in der Übergangssaison im Frühling und Herbst
  • bei älteren Pferden mit empfindlichem Verdauungstrakt

Dosierung und Wasser im Blick

Alle Angaben sind Richtwerte. Jedes Pferd ist individuell … langsam steigern, Kombinationen und Medikationen beachten, im Zweifel deine Tierärztin oder deinen Tierarzt einbeziehen. Keine Heilsversprechen.

Richtwerte für ganze Flohsamen (Bio aus Österreich)
TiergewichtStartdosisErhaltungMaximal
Pony (200 kg)10–20 g/Tag10–20 g/Tagbis 40 g/Tag
Pony (300 kg)15–30 g/Tag15–30 g/Tagbis 60 g/Tag
Warmblut (500 kg)25–50 g/Tag25–50 g/Tagbis 100 g/Tag
Großpferd (600 kg)30–60 g/Tag30–60 g/Tagbis 120 g/Tag

Faustregel: 5–10 g ganze Flohsamen pro 100 kg Lebendgewicht als Startdosis. Nach 3–4 Tagen langsam steigern. Und immer Wasserzugang sicherstellen.

Wasser-Tipps

Halte stets frisches, temperiertes Wasser zur freien Aufnahme bereit. Ein- bis zweimal pro Woche eignet sich ein handwarmes, eher dünnes Mash als Wasser-Booster. Das Trinken regst du mit Salzleckstein, mehreren Tränkestellen und im Winter mit lauwarmem Wasser an. Ein praktischer Trick: Flohsamen in eine kleine Portion feuchtes Mash mischen … das steigert Akzeptanz und Wasseraufnahme zugleich.

In drei Schritten starten

Zuerst das Risiko checken: Sandpaddock, Fressen vom Boden oder schwankender Kot sind klare Hinweise, dass eine Kur sinnvoll ist. Dann die Ration planen: Startdosis wählen, Flohsamen ins Mash einmischen, Wasser sichern und über 3–4 Tage langsam steigern. Zuletzt die Wirkung prüfen: mit dem Glas-Sandtest und einem Beobachtungsbogen dokumentieren und nach 10–14 Tagen die Dosierung anpassen.

Der Glas-Sandtest für zuhause

Gib einen frischen Kotapfel in ein Glas mit Wasser, rühre um und lass es 15 Minuten stehen. Setzt sich Sand am Boden ab, ist eine Kur sinnvoll. Wiederhole den Test regelmäßig und notiere den Verlauf … so siehst du Veränderungen schwarz auf weiß.

Kombinieren mit anderen Futtermitteln

Hochwertiges Heu zur freien Aufnahme bleibt die Grundlage, bei Bedarf ergänzt durch eingeweichte Heucobs. Mash passt ein- bis dreimal pro Woche als Wasser-Booster, die Flohsamen kannst du direkt einmischen. Mineralfutter gibst du am besten zeitlich versetzt mit 2–3 Stunden Abstand. Kleine Mengen Hanföl ergänzen bei Fellpflege oder erhöhtem Energiebedarf, und auch Hanfschrot oder Hanfschalen lassen sich gut kombinieren. Vorsicht ist nur bei mehreren stark quellenden Komponenten geboten … die nicht gleichzeitig in hoher Dosis, sondern Schritt für Schritt.

Häufige Fehler vermeiden

Die häufigsten Stolpersteine sind schnell benannt: die Dosis zu schnell steigern statt über 3–4 Tage anzufüttern, zu wenig Wasser anbieten statt Mash und mehrere Tränkestellen einzuplanen, Medikamente ohne Abstand geben statt 2–3 Stunden Pause einzuhalten, die Ursachen nicht prüfen statt Sandmanagement, Raufutterqualität und Fütterungsrhythmus mitzudenken, und alles auf einmal zu ändern statt eine Änderung nach der anderen.

Notfall-Signale

Sofort deine Tierärztin oder deinen Tierarzt kontaktieren bei akuten Koliksymptomen, anhaltend wässrigem Kot, Fieber, Blut im Kot oder raschem Gewichtsverlust.

Häufige Fragen

Hilft das bei Kotwasser, oder überdeckt es nur das Problem?

Flohsamen können die Kotkonsistenz stabilisieren, behandeln aber nicht die Ursache. Prüfe deshalb auch Fütterungsrhythmus, Raufutter-Qualität, Zähne und Stress. Bei anhaltenden Problemen bitte deine Tierärztin oder deinen Tierarzt einbeziehen.

Ganze Flohsamen oder Schalen … was ist der Unterschied?

Unsere Flohsamen sind ganze Samen aus österreichischem Bio-Anbau, keine Schalen. Ganze Samen quellen langsamer, sind sanfter für den Verdauungstrakt und können trocken oder kurz eingeweicht ins Futter. Schalen quellen sehr stark und müssen immer mit viel Wasser vorgequollen werden.

Wie lange füttern … täglich oder kurweise?

Empfohlen sind 10–30 Tage als Kur mit anschließender Pause. Bei dauerhaftem Sandrisiko bieten sich 2–3 Kuren pro Jahr an, etwa im Frühjahr und Herbst. Beobachte die Wirkung mit dem Beobachtungsbogen.

Was, wenn mein Pferd wenig trinkt?

Dann füttere Flohsamen nur in feuchtem Mash, mache das Wasserangebot attraktiver (lauwarm, mehrere Tränkestellen, Salzleckstein) und wähle die Dosis niedriger. Im Zweifel deine Tierärztin oder deinen Tierarzt fragen.

Darf ich Flohsamen mit Medikamenten geben?

Halte immer 2–3 Stunden Abstand, da die Schleimstoffe die Aufnahme von Medikamenten beeinflussen können. Bei Dauermedikation unbedingt Rücksprache halten.

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Über die Autorin: Gerda Steinfellner, Ernährungswissenschafterin · Praxis-Feedback: Dani von der Pferderanch testet die Produkte regelmäßig mit ihren Pferden.
Letzte Aktualisierung: 14.06.2026 · Dieser Artikel enthält keine Heilversprechen und ersetzt nicht die tierärztliche Diagnose.

Gerda Steinfellner ist Mitgründerin von Hanfland und beschäftigt sich seit über einem Jahrzehnt intensiv mit dem Anbau, der Verarbeitung und den ernährungsphysiologischen Vorteilen von Hanf. Durch ihre Arbeit im niederösterreichischen Hanfthal und den engen Austausch mit Landwirt:innen und Tierhalter:innen verbindet sie praktisches Wissen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ihre Beiträge basieren auf langjähriger Erfahrung, regionaler Hanfkompetenz und Stoffwechselphysiologie.

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